Venetien und Kulturbörse in Verona

Die Società Dante Alighieri Wiesbaden veranstaltete vom 14. – 23. Juni 1997 eine Busreise nach Venetien und zur Deutsch-Italienischen Kulturbörse in Verona. Diese Studienreise führte uns in eine an Kunstschätzen reiche Region. Die „Serenissima“, die einzigartige Stadt Venedig zu erleben ist immer wieder reizvoll. Genauso interessant ist aber die Provinz Venetien mit ihren sanften Hügeln, Weinbergen und Villen.

In Verona sahen wir die Ruinen der ehemals so bedeutenden Römerstadt, in Ravenna das Grab des Theoderich und Dantes und die byzantinischen Mosaiken, in Vicenza die klassischen Bauten des Andrea Palladio und in Padua, der Stadt des heiligen Antonius, die Scrovegni – Kapelle.

Am 14. Juni fuhren wir von Wiesbaden über Würzburg, Nürnberg, München, Innsbruck, Brennerpass nach Brixen. Dort übernachteten wir im Hotel Goldenes Kreuz. Beim Stadtrundgang konnten wir die schönen alten Bauten, Straßen mit Laubengängen und einen Dom (15. Jh.) mit romanischen Kreuzgang (Bemalung 13.-15. Jh.) bewundern.

Am nächsten Tag ging es weiter über Bozen, Trento, Rovereto nach Abano Terme. Zahlreich sind hier die heißen Quellen und vielbesucht die Badeorte, darunter besonders das weltberühmte Thermalbad Abano Terme. Dort bezogen wir Quartier für 5 Übernachtungen im Hotel Savoia. Es liegt in einer großen Gartenanlage und besitzt ein großes Hallenbad, sowie ein Freibad mit warmen Thermalwasser, die miteinander verbunden sind und ein Kurzentrum.

Tomba di Dante, Aussenansicht, Ravenna

Tomba di Dante, Grabplatte, Ravenna

Für den nächsten Tag war Ravenna als Programmpunkt vorgesehen. Wir besichtigten dort die prachtvollen Mosaiken aus der Zeit der späten Antike in San Vitale im Grabmal der Kaiserin Galla Placidia, in Sant Apollinare Nuovo und ein Rundgang durch die Stadt führte uns zu den Grabmälern Dantes und Theoderichs. Die Franziskaner-Klosterkirche San Francesco, mit romanischem Glockenturm (10. Jh.) wurde im 5. Jahrhundert gegründet. Nördlich neben der Kirche das Grabmal Dantes, außen ein klassizistischer Bau (von 1780); im Innern der Sarkophag, der die Gebeine des 1321 in Ravenna im Alter von 56 Jahren als Verbannter gestorbenen Dichters umschließt. Das Grabmal des Theoderich wurde um 520 wahrscheinlich auf Anordnung von Theoderich selbst errichtet.

Villa Capra (La Rotonda)

Die Villa Valmarana

Am 17. Juni wurde zunächst Vicenza besucht und die Bauten von Andrea Palladio bewundert. So sahen wir das Teatro Olimpico (erstes überdachtes Theater der Neuzeit), die Basilika (Hauptwerk Palladios) und weitere Baudenkmäler dieses bedeutenden Architekten des 16. Jahrhunderts. Nachmittag fuhren wir zur Villa Capra (La Rotonda), der schönsten Landvilla Palladios und zur Villa Valmarana mit den barocken Fresken Tiepolos.

Am nächsten Tag fand ein Ausflug nach Padua, der Stadt des heiligen Antonius statt. Besichtigt wurde die Scrovegni-Kapelle mit Fresken von Giotto und die Antonius-Basilika (Grab des Heiligen, Kreuzgänge des Minoriten-Klosters). Von dort fuhren wir weiter durch die Euganeischen Hügel und besuchten Arqua Petrarca, wo sich das Grabmal und das Wohnhaus des großen Dichterfürsten befindet.

Der Canale Grande

Am 19. Juni führte unsere Reise nach Venedig. Wir nahmen ein Linienboot und fuhren auf dem von Palästen gesäumten Canal Grande zum Markusplatz. Besichtigt wurde die mit goldglänzenden Mosaiken ausgestattete Markuskirche und der Dogenpalast mit der Seufzerbrücke. Ein besonderes Ereignis war die Einladung in das berühmte Café Florian am Markusplatz. Anschließend bummelten wir durch die romantischen Gassen zur Rialtobrücke und besichtigten die Frarikirche mit den großartigen Gemälden von Tizian und Bellini.

Vom 20. bis 22. Juni 1997 nahmen wir an der V. Deutsch-Italienischen Kulturbörse in Verona teil. Für zwei Übernachtungen bezogen wir Zimmer im Hotel Accademia in Verona. Der Aufenthalt in Verona bot uns wieder Gelegenheit diese wunderbare Stadt mit den vielen Baudenkmälern und Kunstschätzen zu erkunden. Eine wichtige Stütze des bilateralen Kulturaustausches stellt die Deutsch-Italienische Kulturbörse dar, die aus den Kontakten zwischen den Gesellschaften in Deutschland und Italien entstanden ist. Diese Einrichtung wurde im Jahre 1989 in Savona gegründet und findet alle 2 Jahre abwechselnd in Deutschland und in Italien statt. Die Kulturbörsen dienen dem kulturellen Gedankenaustausch der Teilnehmer von Seiten der Vorstände der Dachgesellschaften und der Mitgliedsgesellschaften in Deutschland und Italien. Natürlich erhält auch die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich im Rahmen der Kulturbörsen über die Zielsetzungen und Tätigkeiten der Gesellschaften und Institute zu informieren. Die Kulturbörse in Verona stand unter Überschrift: „Jugend und Musik“. In den 3 Tagen wurde ein großartiges Musik- und Begegnungsprogramm geboten. Die Stadt Verona gab einen fürstlichen Empfang im Rathaus und die Abendveranstaltungen mit köstlichen Speisen begeisterte alle Teilnehmer.

Am 23. Juni 1997 traten wir die Rückreise mit einer Übernachtung in Innsbruck an. Es war wieder eine erlebnisreiche und gut gelungene Italienreise der Dante-Gesellschaft.