Umbrien 2004

Die Mitglieder wurden zu einer gemeinsamen Flugreise vom 11. – 19. 09.2004 nach Umbrien eingeladen. Die Società Dante Alighieri Wiesbaden veranstaltete schon zweimal Fahrten nach Umbrien, die allerdings schon 30 und 40 Jahre zurück liegen. Reiseveranstalter war wieder die Firma Rotala, die seit 80 Jahren zu den führenden Veranstaltern von Studienreisen und Kultururlaub auf dem deutschen Markt gehört. Wir waren auch dieses Jahr mit der Organisation und Durchführung der Reise zufrieden. Wir flogen am Samstag, 11.09.04 von Frankfurt bis Rom und von dort ging es dann per Bus weiter nach Assisi. In der mittelalterlichen Altstadt von Assisi und in der Nähe der Basilika San Francesco liegt das Hotel Giotto. Dort hatten wir unsere Unterkunft für die Dauer unserer Reise. Unser Reiseleiter war Herr Dr. Peter Jakobs. Da wir schon mittags in Assisi ankamen, unternahmen wir noch am Nachmittag mit unserer Reiseleitung einen Spaziergang zu dem von Zypressen und Olivenbäumen umgebenen Kloster San Damiano.

Umbrien, das „grüne Herz“ Italiens, eingerahmt von der Toskana im Norden und von Latium im Süden , ist nicht nur die Heimat großer Heiliger und Ordensgründer des Mittelalters, sondern auch eine der reichsten Kulturlandschaften Italiens. Grüne Hügel und Täler, Zeugnisse aus etruskischer und römischer Zeit, zahlreiche Kirchen und mittelalterliche Stadtbilder prägten eine noch wenig entdeckte Region Italiens. Das reichhaltige Besichtigungsprogramm führte uns zu allen wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Umbrien. Besonders ausgiebig wurde unser Standort Assisi mit den wunderbaren Kirchen besichtigt.

Wegen des starken Pilgerverkehrs am Sonntag, wurde die Besichtigung von Assisi von Sonntag auf Montag verschoben. Am Sonntag, 12.09.04 besichtigten wir zunächst die Bergstädte Bevagna, Montefalco und Spello. Alle drei Städtchen gefielen uns gut. Bevagna schaut stolz auf drei Jahrtausende bewegter Geschichte zurück. Dort unternahmen wir einen Stadtrundgang. Danach besichtigten wir Montefalco. Wie ein Falke in seinem Horst beherrscht die Stadt die Ebene und ist aufgrund der herrlichen Aussicht als „Balkon Umbriens“ bekannt. Unser letztes Tagesziel war das malerisch gelegene Bergstädtchen Spello, das wir bei einem Spaziergang erkundeten. Sehenswert sind u.a. die römischen Stadttore und die freskengeschmückte Kirche Santa Maria Maggiore.

Der Montag, 13. 09.04 war für die ausführliche Besichtigung von Assisi vorgesehen. Bei einem gemeinsamen Rundgang entdeckten wir den bedeutenden Wallfahrtsort und folgten den Spuren der Heiligen des Mittelalters. Wir besuchten u.a. den Dom Rufino und die Grabeskirche der hl. Klara, betrachteten die Fassade des antiken Minerva-Tempels an der Piazza del Comune und folgten den Gassen der Altstadt. Am Nachmittag besuchten wir die Franziskus-Basilika. Nach umfangreicher Restaurierung erzählte uns wieder der berühmte Freskenzyklus des Giotto aus dem Leben des Heiligen. Es war auch noch Zeit zur freien Verfügung und so konnte die Altstadt erkundet werden.

Fontana Maggiore, Perugia

Am Dienstag, 14.09.04 sahen wir Perúgia und den Lago Trasimeno. Zuvor besichtigten wir noch Ipogeo dei Volumni (Volumniergrab). Dieses Grab zählt zu den besterhaltensten und interessantesten etruskischen Grabanlagen. Dieser Programmpunkt wurde zusätzlich auf unserer Tagesfahrt eingefügt. Perúgia, die Hauptstadt Umbriens, ist sehr sehenswert. Ein System von Rolltreppen, die wir auch benutzten, führt durch ehemalige Straßenzüge und die Ruinen des Papstpalastes in das Stadtzentrum. Wir bewunderten die Fontana Maggiore, einen reliefgeschmückten , mittelalterlichen Brunnen, den Dom, das Oratorium des hl. Bernardino und das etruskische Stadttor. Den Nachmittag verbrachten wir am Lago Trasimeno. Eine Bootsfahrt zur Isola Maggiore gefiel uns besonders gut.

Arco Etrusco, Perugia

Am Mittwoch, 15. 09.04 fuhren wir noch Spoleto und zur Abtei San Pietro. Auf dem Weg nach Spoleto kamen wir zu den bereits in der Antike bekannten Clitumnus-Quellen und besuchten eine der ältesten Kirchen Umbriens. Der Stadtrundgang in Spoleto erfolgte leider bei Regen. Es wurde die Kirche Sant’ Eufemia und der Dom besichtigt. Am Nachmittag war das Wetter dann wieder besser und wir unternahmen einen Spaziergang in das abgeschiedene Tal der Nera zum Kloster San Pietro in Valle. Die wunderbare Landschaft begeisterten uns. Die Benediktinerabtei wurde vom Langobarden - Herzog Faroald II. gegründet, der sich als Mönch in diese Waldeinsamkeit nörlich von Ferentillo zurückzog und 728 hier starb. Die heutigen Bauwerke entstanden zwischen 996 und 1016, der fünfgeschossige Campanile im 12. Jahrhundert. Der Klosterhof mit dem schönen zweistöckigen Kreuzgang ist schön. Die Wände des Langhauses werden von einem Freskenzyklus bedeckt, der zu den bedeutendsten byzantinisch – langobardischen Wandmalereien in Italien gehört.

Für Donnerstag, 16.09.04 war der Norden Umbriens vorgesehen. Bei einem Stadtbummel durch die verwinkelten Gassen von Gubbio entdeckten wir den mittelalterlichen Charme der guterhaltenen Altstadt. An der südlichen Flanke des 827 m hohen Monte Ingiono liegen wie hingewürfelt Kirchen, Paläste, Häuser und Treppen aus dem gelblichen Kalkstein des Berges. Das einstige Iguvium war eines der wichtigsten Zentren der Umbrer, vielleicht sogar ihre Hauptstadt. Sehr sehenswert ist der Dom Santi Mariano e Giacomo, der Palazzo die Consoli, der Palazzo Ducale, San Domenico, San Francesco usw. Am Nachmittag fuhren wir bei Regen zum Kloster San Ubaldo am Monte Igino. Dort sind die Gebeine des Stadtheiligen und die großen „Kerzen“, die hier für das Fest der Corsa die Ceri aufbewahrt werden. Der Blick über die Dächer von Gubbio führt weit ins Tal.

Am Freitag, 17.09.04 wurde Todi und Orvieto angefahren. In Todi sahen wir die prachtvolle Piazza del Popolo mit dem gotischen Palast, den Dom, San Fortunato und die außerhalb der Stadt gelegene Renaissancekirche Sante Maria della Consolazione. Das Städtchen liegt auf einer steil zum Tibertal abfallenden Hügelkuppe. Nächstes Ziel war dann die einzigartig auf einem Tuffsteinfelsen gelegene Stadt Orvieto. Ein Stadtrundgang führte uns u.a. zum gotischen Dom Santa Maria Assunta mit seiner herrlichen Fassade, zum Palazzo del Popolo und zur Brunnenanlage Pozzo San Patrizio. Aus allen Himmelsrichtungen bietet Orvieto einen faszinierenden Anblick.

Für Samstag, 18.09.04 war Foligno und Trevi vorgesehen. Im Gegensatz zu den meisten umbrischen Städten, die auf hohen, schutzbietenden Bergen angelegt wurden, siedelten sich die Umbrer, die Foligno gründeten, in der Ebene an. Ein Stadtrundgang führte uns u.a. zum Dom San Feliciano, dem Palazzo Trinci und dem Palazzo Comunale. Foligno ist die drittgrößte Stadt in Umbrien und ein Industriezentrum. In der umbrischen Ebene gelegen, war die Stadt von alters her ein wichtiges Handelszentrum. Die römische Kolonie Fulginium, Knotenpunkt mehrerer Straßen, gewann im Mittelalter noch an Bedeutung. Immer wieder erschütterten Erdbeben die Stadt, zuletzt im Herbst 1997. Trevi gehört wie die anderen umbrischen Höhenstädte des Valle Umbra zu den Festungen, die bereits im 5. Jh. angelegt wurden. Dicht gedrängt, wie anderorts kaum noch, erheben sich die Barock- und Renaissance-Palazzi aus der glanzvollen Epoche der Stadt. Unser Bus blieb auf der Piazza Garibaldi am Ortseingang stehen und wir durchwanderten die Stadt zu Fuß. An der lang gezogenen Piazza Mazzini steht der Palazzo Comunale mit schönem Portikus (15. Jh.). Zum Duomo Sant ’ Emiliano an der höchsten Stelle der Stadt gelangten wir durch charakteristische Gassen mit schönen Familienpalästen. Der Nachmittag stand noch für einen Bummel in Assisi zur freien Verfügung.

Am Sonntag, 19.09.04 war noch Gelegenheit am Vormittag in Assisi den Gottesdienst in der San Franziskus-Basilika mit zu erleben und Einkäufe zu tätigen. Am Nachmittag kam unser italienischer Bus rechtzeitig wieder am Flughafen in Rom an und wir flogen mit vielen Eindrücken und guten Erinnerungen nach Frankfurt zurück. Von den neun Reisetagen hatten wir nur an zwei Tagen Gewitterregen und sonst schönes Wetter mit südlicher Sonne. Eine wunderschöne Reise in unser geliebtes Italien endete. Die Reise hat allen Teilnehmern gut gefallen. Ein besonderes Lob gilt Herrn Dr. Peter Jakobs, der uns ein ausgezeichneter Reiseleiter war.

Wiesbaden, den 07.10.2004, Hartmut Röhrbein, Präsident