Comitato di Wiesbaden

Die Stadt

Unsere beschwerliche, unermüdliche und faszinierende Reise um die ganze Welt nach dem Aufsuchen der Dante-Komitees die ständig zunehmen, insbesondere in der letzten Zeit, geht stetig weiter. Wir bleiben in Europa und von der wunderbaren Ukraine tauchen wir in ein anderes Land, in dem von je her eine starke Vorliebe für die Sprache und die Kultur Italiens vorhanden ist. Genau gesagt begeben wir uns in den Westen des Landes und kommen nach Wiesbaden, einer Stadt 116 m über dem Meeresspiegel in optimaler Lage zu Füßen des Taunusgebirges von wo aus fünf Hügel zu ihr zusammenlaufen. Dank des milden und wenig regnerischen Klimas, der schönen Umgebung bewachsen von Wäldern und Weinbergen und in der unmittelbaren Nachbarschaft des Rheins, sowie auch auf Grund der alkalischen heißen Quellen ( bis zu 69°C) wurde Wiesbaden eine bedeutende sehr stark besuchte Kurstadt. Im nassauischen Landesmuseum findet man Altertümer aus Nassau sowie eine Bildergallerie. Bedeutend ist der Weinanbau, die Industrie von chirurgischen Instrumenten, des Zements, der Chemie und der Farmazie.

Ein wenig aus der Geschichte

Wiesbaden wird schon aus der Zeit der Römer erwähnt (Aquae Mattiacae, Fons Mattiaci). Gegründet um 11 v.Cr. von den Römern wurde sie fast vollständig von den Überfällen zerstört. Zur Zeit der Franken gab es eine königliche curtis. Im 12. Jhd. wurde sie von den Nassauischen Grafen in Besitz genommen und 1255 ging sie in Besitz der Linie Walram über. 1355 wurde sie Sitz der Gräfin von Nassau-Idstein; 1605 ging sie an die Linie Saarbrücken über. Wiesbaden hatte sehr unter den Zerstörungen des 30 jährigen Krieg zu leiden, um am Ende 1644 von den kaiserlichen Truppen zerstört zu werden. Wiederaufgebaut von dem Prinzen Georg August Samuele aus dem Hause Nassau-Usingen 1690 und wieder bevölkert, wurde sie 1744 als Sitz dieser Adelsfamilie gewählt. Von 1809 bis 1866 war sie Sitz des neuen Großherzogs von Nassau, danach ging sie an Preußen. In Wiesbaden wurde unter anderem 1896 das internationale Fest der Oper, des Balletts und des dramatischen Theaters abgehalten.

Die Dante

Die Gesellschaft „Dante Alighieri“ Wiesbaden hat als Präsidenten immer noch Herrn Hartmut Röhrbein und feiert gerade in diesem Jahr, wie wir sehen werden, ihr 50-jähriges Jubiläum.

1951 – 2001: ein wichtiges erreichtes Ziel !

Nachdem die 100 Jahre des Komitees in Odessa in der Ukraine gefeiert wurden, haben wir das Glück uns bei einer weiteren imponierenden „DANTE Alighieri“ wieder zu finden, die ein Symbol für eine konstante Lust ist, die Sprache, die Kultur und die anderen außergewöhnlichen künstlerischen Tugenden unseres Landes zu verbreiten. 50 Jahre mit Leben zu erfüllen mit Einsatz und Aktivität sind sicherlich nicht wenig und was ist angebrachter als dieses Ereignis mit einem richtigen „Jubiläum der Dante Alighieri“ zu begehen, das vom 16.- 22. September begangen wurde unter dem Patronat des Botschafters Silvio Fagiolo und des Generalkonsul Sandro Maria Siggia, welcher persönlich seine Anerkennung für die Arbeit der „Dante“ zum Ausdruck brachte: Die Società Dante Alighieri ist die wichtigste italienische Institution, welche die Verbreitung der italienischen Sprache und Kultur im Ausland pflegt. Sie hat sich große Verdienste erworben, nicht nur auf pädagogischem Gebiet, dem sie eine große Bedeutung beimißt und worauf die Gesellschaft auch ihr größtes Augenmerk legt und auf dem sie auch ihre größten Erfolge vorweisen kann, sondern auch und vielleicht noch mehr für die Unterstützung, die sie dem Zusammengehörigkeitsgefühl gibt, ein Element von allererster Wichtigkeit, das sich an Tausende von Personen richtet, in Bezug auf die Pflege, Aufrechterhaltung und den Interessenzuwachs für Italien und all das, was Italien in der Vergangenheit und heute immer noch für die allgemeine Kultur im internationalen Raum darstellt. Die Società Dante Alighieri spielt von daher eine wichtige Rolle für die Zukunft der italienischen Sprache und Kultur. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um der Gesellschaft in Wiesbaden aus Anlaß des 50-jährigen Bestehens nochmals die besten Wünsche im Hinblick auf eine immer wichtiger werdende Aktivität auszusprechen. Aufrichtige Worte des Generalkonsuls, die die Festwoche festlich eröffnet hatten, reich an Ereignissen von unterschiedlicher Art , allesamt in den Farben weiß, rot und grün.

Begonnen hatte alles mit einer Dantelesung aus dem Buch „La vita nuova“. Beachtenswert war der der Kunst gewidmete Teil des Programms mit der Ausstellung „L’Italia nello specchio della litteratura“ mit Artisten aus Verona, dargeboten und ergänzt mit einem Vortrag über das Thema: „Italia, mi fai cosi bene“ Danach kam das Theater und der Film zur Geltung, das Hauptgericht der ganzen Veranstaltung: auf der einen Seite die „Commedia dell‘ arte“ und auf der anderen Seite wurde die Woche des italienischen Films eröffnet, eine Veranstaltung innerhalb einer Veranstaltung, die sich bis zum 30. September hinzog. Natürlich durfte die Musik nicht fehlen. Sie wurde geehrt mit dem „Jubiläumskonzert“ ausgeführt von dem Orchester Compagnia Rossini. Den Ausklag der Woche gestaltete ein literarisch-musikalischer Nachmittag mit dem Titel „Frammenti d’Italia“ und ein „menù italiano” mit der Anwesenheit zahlreicher venizianischer Masken. Alles in allem ein außerordentliches Fest, das in sieben Tagen im Herzen von Deutschland den frischen Atem italienischen Geistes gebracht hat und aller seiner Aspekte, die darum wetteifern ihn in seiner Schönheit zu formen.

Die italienischen Sprach- und Kulturkurse

Wir haben die Stadt Wiesbaden vorgestellt. Wir haben die zahlreichen Veranstaltungen aus Anlaß des Jubiläums des Komitees herausgestellt. Nicht vergessen wollen wir auch eine der wichtigsten Aktivitäten der “Dante”, die im wahrsten Sinne des Wortes Großen und Kleinen den Wert der italienischen Kultur vermitteln soll: die Sprachkurse. In Wiesbaden werden mit stetiger Zunahme und großem Einsatz diese Kurse abgehalten und zeigen eine Iniziative mit steigendem Wachstum. Viel Glück!

1951-2001: Die Festschrift

Aus Anlaß des 50 jährigen Jubiläums der Gründung des Komitees Wiesbaden wurde eine sehr schöne Festschrift herausgegeben. Das kleine Heft enthält neben dem Festproggramm auch die Grußworte der zahlreichen teilgenommenen Persönlichkeiten und wird ein bleibendes Andenken des Ereignisses bleiben.

Zum Schluss

Müßig ist es zu unterstreichen, die stetig wachsende Bedeutung des Komitees der “Dante Alighieri” Wiesbaden, das seit 50 Jahren einen wesentlichen italienischen Bezugspunkt im Herzen Deutschlands dastellt. All dies von uns gesagte beschreibt nur zum Teil die Liebe und Bewunderung der deutschen Stadt zu unserer Sprache und Kultur. Ein Dankeschön also an die “Dante” in Wiesbaden und mit dem herzlichen Wunsch noch weitere zahlreiche Geburtstage in Zufriedenheit begehen zu können !

30. Oktober 2001