1. Präsident von 1951 - 1953

Staatsintendant Heinrich Köhler-Helffrich wurde am 9. Juli 1904 als Sohn des späteren Reichsministers Heinrich Köhler in Karlsruhe geboren. 1927 begann seine Theaterlaufbahn in Mainz: weitere Stationen waren Saarbrücken, Magdeburg und – bereits in leitender Funktion – die Oper Mannheim und Opernhaus sowie Landesmusikschule Breslau und Wuppertal.

Ende 1945 übernahm H. Köhler-Helffrich die künstlerische Leitung der Musik-Bühne Heidelberg und prägte mit seinem speziellen Opernstil vor allem die 1946 ins Leben gerufenen Schwetzinger Festspiele. 1948 wurde er, dem man die Stelle des Generalintendanten in Karlsruhe angeboten hatte, zum Staatsintendanten an der Staatsoper Wiesbaden ernannt und wirkte hier bis 1953 mit großem Erfolg.

Bedingt durch dieses große Engagement für die Wiesbadener Bühnen gab H. Köhler-Helffrich nach zwei Jahren die Präsidentschaft der Società Dante Alighieri Wiesbaden an die Gründerin der „Dante“ ab.

2. Präsidentin von 1953 – 1957

Elsa Margherita Dr. Freifrau von Zschinsky war eine ungewöhnliche intelligente, musikalisch, literarisch und sprachlich vielseitig gebildete Dame im wahrsten Sinne des Wortes, war von Geburt Italienerin – geboren am 27. Juli 1890 in Mailand, jener Stadt Italiens, in der sich alte Kultur und moderner Geist am lebendigsten verschwisterten, durch ihre Eltern Schweizerin und durch frühe Heirat mit dem Polizeipräsidenten Freiherr von Zschinsky, der im letzten Kriege von Dresden nach Wiesbaden versetzt wurde, Deutsche.

Nach Abschluss ihrer Schulbildung studierte Fr. Freifrau von Zschinsky Musik in Mailand und setzte ihre begonnenes Musikstudium an der Universität Leipzig fort. Der Tonkunst ebenso verbunden wie den Wissenschaften und der Sprache, schuf sie sich als Konzertgeigerin einen ebenso geschätzten Namen wie als Musikschriftstellerin. Erst nach ihrer Heirat studierte sie Literatur und Sprachen an der Universität Leipzig und promovierte 1939 zum Dr. phil.

Sie gründete am 16. September 1951 die Società Dante Alighieri Wiesbaden. Die Einrichtung der italienischen Sprachkurse in der Wiesbadener Volkshochschule ist ihr Werk. Am 17.9.1953 wurde die Gründerin zur Präsidentin gewählt. Sie führte die „Dante Wiesbaden“ 4 Jahre.

Wie hoch ihre Verdienste um die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen hier und dort eingeschätzt wurden, kam nicht zuletzt in einer Reihe von Auszeichnungen in Deutschland und Italien zum Ausdruck. So bekam sie am 18.12.1954 die „Goethe-Plakette“ in Anerkennung der besonderen Verdienste im kulturellen Leben des Landes Hessen von Kultusminister Arno Hennig. Am 9. Mai 1957 starb die Präsidentin.

3. Präsidentin von 1957 - 1967

Charlotte Christann wurde am 19. Dezember 1896 als Tochter Dr. Hermann Rauchs, des späteren Hofrats und Kurdirektors von Wiesbaden, geboren. Ihre Theaterlaufbahn begann im Spätherbst 1918 in Darmstadt unter der Regie von Ernst Legal. Jahre später errang sie in Berlin - anlässlich einer Gedenkfeier für den Dichter Klabund – einen Ruf als Rezitatorin und war sogar für kurze Zeit Intendantin des Theaters am Schiffbauerdamm in Berlin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie in ihre Geburtsstadt Wiesbaden zurück, wo sie sich im langsam erwachenden kulturellen Leben engagierte: einerseits durch ihre Vortragstätigkeit, dann als tatkräftige Leiterin der GEDOK - Gruppe Wiesbaden-Mainz und als Präsidentin der Wiesbadener Comitati der „Dante“; spät noch lernte sie die Sprache Dantes. Durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes hat die Bundesrepublik Deutschland Charlotte Christanns vielseitiges Wirken für kulturelle Belange gewürdigt. Am 31. Mai 1967 verstarb die langjährige Präsidentin der „Dante“.

4. Präsident von 1967 – 1987

Friedrich Ernst Meinecke, geboren am 13. August 1901 in Hannover, besuchte das dortige Gymnasium und absolvierte eine Banklehre, bevor er von 1925 bis 1927 Rechts- und Staatswissenschaften, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität München studierte. Der Diplom – Volkswirt hatte von 1928 bis 1965 leitende Positionen im Fremdenverkehrsgewerbe in Heidelberg, Mannheim und Köln inne, bis er in Wiesbaden Kurdirektor wurde.

Schon im Jahr 1924 unternahm er seine erste Reise nach Italien, denen viele folgen sollten – seit 1954 mit seiner Frau, deren Fotos die Grundlage für seine vielen Lichtbildervorträge bildeten. Er war ein hervorragender Kenner Italiens, seiner Geschichte und seiner Kunst. 1954 in die Dante Wiesbaden eingetreten, wurde er in den Vorstand und 1967 zum Präsidenten gewählt; zwei Jahrzehnte bestimmte er die Geschicke der „Dante“ und leitete die 1969 wieder aufgenommenen Studienreisen. Auf Grund seiner Verdienste um die deutsch-italienischen Beziehungen wurde er vom italienischen Staat zum Cavalliere ufficiale ernannt. Am 16. 8. 1990 starb er.

5. Präsident von 1987 – 1993

Dr. Ludwig Eugen Obert, 1918 im Elsass bei Straßburg geboren und einige Jahre in Kaiserslautern lebend, verbrachte bereits einen Großteil seiner Jugend in Wiesbaden. Hier besuchte er ab 1934 das Humanistische Gymnasium, wo nicht nur das besondere Interesse am alten Rom, sondern auch am Italien der Gegenwart geweckt wurde. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft war Ludwig E. Obert seit 1953 als Rechtsanwalt in Wiesbaden tätig. Als aktives Mitglied juristischer Vereinigungen nahm er an nationalen und internationalen Kongressen teil.

25 Jahre war Ludwig E. Obert bereits Mitglied der Dante, als er zum Präsidenten der Società Dante Alighieri Wiesbaden gewählt wurde. Am 21. 8. 1994 starb er, noch 1993 zum Ehrenpräsidenten ernannt.

6. Präsident von 1993 - 2007

Cav. Hartmut Röhrbein wurde am 22. September 1936 in Berlin-Wilmersdorf als Sohn des Diplom-Kaufmann Hellmut Röhrbein geboren. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkel. Seine Schulzeit verbrachte er zum größten Teil im Allgäu und kam 1951 nach Wiesbaden. Als Bezirksdirektor der Frankfurter Allianz ging er Ende 1999 nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand. Wegen seiner erfolgreichen Tätigkeit in verschiedenen Führungspositionen bei der Allianz wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Er wird weit über die Grenzen Wiesbadens hinaus als ehrenamtlich engagierter Katholik geschätzt. So wirkt er als Vorsitzender im KKV Wiesbaden – Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung und im KKV – Diözesanverband Limburg. Der langjährigen Städtepartnerschaft zwischen Wiesbaden und Görlitz im Bereich der katholischen Kirche und der Ökumene hat er vielfältige Impulse gegeben. Für seine erfolgreiche Tätigkeit wurde er mehrmals mit hohen Auszeichnungen geehrt.

Unser Präsident ist über 50 Jahre Mitglied der Società Dante Alighieri Wiesbaden. Als Mitglied aus der Ausbauphase lernte er alle bisherigen Präsidentinnen und Präsidenten kennen. Bereits durch seine Eltern wuchs er in der Liebe zu Italien auf und unternahm mit ihnen viele Reisen dorthin. Seitdem ist er oft jenseits der Alpen, wobei sein besonderes Faible den Etruskern gilt. Er hat eigene italienische Sprachkurse der Dante-Gesellschaft mit italienischen Lehrkräften in Wiesbaden eingeführt. Gleichzeitig wurde im Haus der Heimat ein Dante-Büro mit einer Bibliothek einschließlich Archiv eingerichtet. Die Studienreisen nach Italien wurden ebenfalls weiter gepflegt.

Unter seiner Präsidentschaft wuchs die Mitgliederzahl der Società Dante Alighieri Wiesbaden auf 420 Mitglieder und die Gesellschaft kam mit einer eigenen Webseite ab 2006 ins Internet. Unter seiner Präsidentschaft wurde 2001 das 50-jährige Jubiläujm mit einer Festwoche vom 16. - 22. September 2001 in Wiesbaden gefeiert. Es wurde eine Festschrift gedruckt. Im Oktober 2006 erhielt er von der Sede Centrale der Dante Alighieri in Rom in Würdigung seiner großen Verdienste das "Diploma di Benemerenza" (Anerkennungsdiplom) mit Silbermedaille. Am 02. Dezember 2006 wurde Cav. Hartmut Röhrbein noch in Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste um die Allgemeinheit mit der Bürgermedaille der Landeshauptstadt Wiesbaden durch Oberbürgermeister Diehl im Rathaus ausgezeichnet. Am 31.03.2007 trat er nach 14 Jahren als Präsident zurück und wurde einstimmig zum Ehrenpräsidenten der Gesellschaft gewählt.

Auf Grund seiner Verdienste um die Förderung und Verbreitung der italienischen Kunst, Kultur und Sprache,wurde er 2008 durch den italienischen Staatspräsidenten Napolitano zum Cavaliere dell'Ordine della Stella della Solidarietà Italiana (Ritter des Ordens mit Stern am Bande der Solidarität Italiens) ernannt.

7. Präsidentin seit 2007

Auf der Mitgliederversammlung im März 2007 wurde Wilma-Maria Estelmann zur Präsidentin gewählt und leitet seitdem gemeinsam mit ihrem Vorstands-Team die Società Dante Alighieri Wiesbaden. Kurz nach ihrem Eintritt in die Società Dante Alighieri Wiesbaden zu Beginn der 90er Jahre wurde sie in den Vorstand gewählt und war in den letzten Jahren als Vizepräsidentin vor allem für die Organisation und Durchführung der Studienfahrten in Deutschland zuständig.

Geboren und aufgewachsen in Speyer hat Wilma-Maria Estelmann das Studium der Literatur- und Sozialwissenschaften in Berlin als Diplom-Soziologin abgeschlossen und 1983 in München ein Informations- und Reiseunternehmen mit dem Schwerpunkt Albanien gegründet und geleitet.

In Wiesbaden ist sie seit 1990 als Kulturmanagerin und Journalistin tätig, konzipiert und organisiert Ausstellungen, veranstaltet Studienreisen, Lesungen und literarische Menüs und führt Management-Seminare durch. Seit 2007 ist Wilma-Maria Estelmann Redakteurin des wiesbaden-blog bei www.germanblogs.de und ist ab September 2008 auf Radio Rheinwelle mit einer Sendung über Italien und die Aktivitäten der Dante-Gesellschaft zu hören.

Internationale Erfahrungen in ehrenamtlicher Arbeit und Fundraising hat sie während ihrer Zeit als Präsidentin des Zonta-Club Wiesbaden und Area Director von Zonta International auf mehreren Auslandsbesuchen sammeln können und als Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der Hessischen Landesbibliothek unterstützt sie diese Bibliothek, um sie als einen traditionell wichtigen Teil der kulturellen Identität Wiesbadens und des nassauischen Landes lebendig zu erhalten.

Als Präsidentin der Società Dante Alighieri Wiesbaden und Mitglied der Deutschen Dantegesellschaft liegt eine ganz besondere und besonders schöne Aufgabe vor mir, der ich mich gerne widme und bei der ich die Chance sehe, Traditionen zu wahren und andererseits den Anforderungen der heutigen Zeit Rechnung zu tragen und neue Akzente zu setzen.

1951 gründete Dr. Elsa Margherita Freifrau von Zschinsky die Società Dante Alighieri Wiesbaden als kleine, feine Kulturgesellschaft. Heute ist die Dante-Gesellschaft eine große, aber immer noch feine Kulturgesellschaft und fester Bestandteil im gesellschaftlichen Leben Wiesbadens und es ist eine Ehre für mich, als prima inter pares gemeinsam mit dem gewählten Vorstandsteam diese Gesellschaft zu repräsentieren und zu führen. (Originalton Wilma-Maria Estelmann im März 2007 auf der Mitgliederversammlung.)