Grußwort Dott. Ministro Sandro Maria Siggia

Von Dott. Ministro Sandro Maria Siggia, italienischer Generalkonsuls, Frankfurt/M.

Es freut mich in besonderer Weise, an dem 50jährigen Jubiläum der Società Dante Alighieri Wiesbaden teilnehmen zu können. Bei dieser Gelegenheit möchte ich dem Präsidenten, Herrn Hartmut Röhrbein, für die hervorragende Organisation und für den Erfolg danken, der bei diesem ersehnten Ereignis sicher nicht fehlen wird. In gleicher Weise möchte ich ihm ein aufrichtiges Kompliment und höchste Anerkennung zukommen lassen, für das, was in den Jahren unter seiner Präsidentschaft zum Wohle der Dante und der Verbreitung der italienischen Sprache von ihm geleistet wurde.

Die Società Dante Alighieri ist die wichtigste italienische Institution, welche eine Verbreitung der italienischen Sprache und Kultur im Ausland pflegt. Sie hat sich große Verdienste erworben, nicht nur auf pädagogischem Gebiet, dem sie große Bedeutung beimisst und worauf die Gesellschaft auch ihr größtes Augenmerk legt und auf dem sie auch ihre größten Erfolge vorweisen kann, sondern auch und vielleicht noch mehr für die Unterstützung, die sie dem Zusammengehörigkeitsgefühl gibt, ein Element von aller erster Wichtigkeit, das sich an Tausende von Personen richtet, in Bezug auf die Pflege, Aufrechterhaltung und den Interessenzuwachs für Italien und all das, was Italien in der Vergangenheit und heute immer noch für die allgemeine Kultur im internationalen Raum darstellt.

Wir fragen uns, wie die Zukunftsaussichten für die europäischen Sprachen bei einem immer mehr zusammenwachsenden Europa sein werden und wie die Entwicklungsaussichten von ehrwürdigen Einrichtungen wie die Società Dante Alighieri im Kontext eines vereinten Europas sich gestalten werden.

Hierüber möchte ich meinen Optimismus kundtun. Nach meinem Dafürhalten kann das Interesse von ca. 300 Millionen von "europäischen Staatsbürgern", man erlaube mir diesen Ausdruck, nur dazu führen, dass sich in dem europäischen Raum die Anzahl der Beherrschung von Sprachen der Europäischen Union erhöht. Ein immer stärker integriertes Europa, mit einer einheitlichen Währung und einer immer homogeneren Gesetzgebung wird die Beweglichkeit der Bürger, der Unternehmer und des Kapitals intensivieren. Diese leichte und schnelle Beweglichkeit wird sich günstig auf eine größere Anzahl von Sprachen auswirken, die Teil eines unumgänglichen Werkzeuges für die zukünftigen Generationen sein werden. Natürlich wird es häufiger genutzte Sprachen geben, wir können sagen, häufiger frequentierte als andere, doch die Nützlichkeit, wenn nicht die Notwendigkeit eine nicht unerhebliche Anzahl von Sprachen aus dem europäischen Raum sprechen zu können, wird unumgänglich sein.

Andererseits sind die Idiome nicht nur einfache Instrumente der Verständigung mündlicher oder schriftlicher Art, sondern ihre Konstruktion, die Grammatik, das Vokabular, selbst der Klang der Worte bilden Hinweise und Rückschlüsse von allergrößter Bedeutung, um die Denkungsart und das Agieren einer Personengruppe besser verstehen zu können, welche die gleiche Sprachweise verwenden.

In diesem Zusammenhang gibt es, wie schon kurz angesprochen, keinen Zweifel, dass eine Sprache wie das Italienische mit der Bürde einer langen Geschichte, die heute das Idiom eines industrialisierten und technologisch fortgeschrittenen Landes mit einer natürlichen Bestimmung zur Expansion in industrieller Hinsicht wie auch durch seinen Lebensstil bei der Suche nach neuen Märkten ist, gar nicht anders kann, als sich weiter in nennenswerter Weise auszubreiten.

Die Società Dante Alighieri spielt von daher eine wichtige Rolle für die Zukunft der italienischen Sprache und Kultur. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um der Gesellschaft in Wiesbaden aus Anlass des 50jährigen Bestehens nochmals die besten Wünsche im Hinblick auf eine immer wichtiger werdende Aktivität auszusprechen.

Nochmals meinen Dank dem Präsidenten, Herrn Röhrbein, und allen, die in selbstloser Mitarbeit die Aktivität dieser wunderbaren Einrichtung unterstützten und weiterhin unterstützen werden.

Dott. Ministro Sandro Maria Siggia