Gardasee und Verona 2005

Mit der Durchführung der Reise war wieder die Firma ROTALA beauftragt, die seit mehr als 80 Jahren zu den führenden Veranstaltern von Studienreisen und Kultururlaub auf dem deutschen Markt gehört. An der Reise nahmen 26 Personen teil. Von Frankfurt nach Venedig flogen wir mit 22 Personen. Die anderen 4 Personen reisten per PKW direkt von München an. Nach der Ankunft in Venedig erfolgte der Transfer per Bus zu dem Standorthotel Poiano (4 Sterne) in Garda am Gardasee. Das Hotel Poiano liegt inmitten eines 60 ha großen Grundstückes mit Mittelmeervegetation. Man hat einen herrlichen Ausblick auf den Gardasee, der nur 2 Km entfernt ist. In der freien Zeit konnten wir das wunderbare Schwimmbad (50 x 25 m) genießen.

Am Mittwochnachmittag des ersten Tages (22.06.05) gab unsere Reiseleiterin, Frau Carolin von Heesen uns die ersten Informationen über das Hotel und die Region am Gardasee.

Donnerstag, 23.06.05

Am Vormittag fand ein gemeinsamer Spaziergang mit unserer Reiseleiterin entlang der Seepromenade und durch die Altstadt von Garda statt. Garda hat 3500 Einw. In der hübschen, autofreien Altstadt flanieren Einheimische und Besucher gleichermaßen gerne. Schon 768 hatte Karl der Große Garda zur Grafschaft erhoben, von da an wurde der See nach diesem Ort benannt und nicht mehr wie zuvor lateinisch Banacus. Auf der Rocca di Garda, über 200 m überm See, stand die Burg.

Dom von Verona

Am Nachmittag fuhren wir nach Verona, wo wir zunächst San Zeno, eine der bedeutendsten romanischen Kirchen Oberitaliens, besichtigten. Ausgehend von der Arena besichtigten wir anschließend das historische Zentrum Veronas. Wir spazierten über die Piazza delle Erbe und die Piazza die Signori und sahen das Haus der Julia und die Skaliger-Gräber. Verona hat 255.000 Einwohner und bietet Kulturdenkmäler von großer Bedeutung, aber auch eine Fußgängerzone, in der man prima shoppen gehen kann. Am Abend sahen wir dann die Opernaufführung „Aida“ in der antiken Arena. Für alle Teilnehmer war die Aufführung ein großes Erlebnis.

Freitag, 24.06.05

Der Vormittag stand zur freien Verfügung und so konnte das Schwimmbad erprobt und auch die nähere Umgebung erkundet werden. Am Nachmittag besuchten wir auf dem Weg nach Verona die Renaissancestadt Vicenza. Viele prachtvolle Gebäude verdankt die Stadt ihrem wohl berühmtesten Bürger, dem Architekten Andrea Palladio. Wir sahen die Basilika Palladiana und besichtigten das Teatro Olimpico, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Nach der Ankunft in Verona hatten wir noch etwas Freizeit und konnten durch die Stadt spazieren. Am Abend hatten wir mit „Nabucco“ die zweite Opernaufführung, die wieder ein großartiges Erlebnis war. Sänger und Sängerinnen einschließlich der Chöre sowie die Bühnenausstattung waren hervorragend.

Samstag, 25.06.05

Am Vormittag wurde Manua, die Stadt des Adelsgeschlechtes der Ganzaga besichtigt. An der Piazza Sordello befindet sich mit dem Herzogspalast, dem Dom San Pietro und den Patrizierpalästen das einstige Zentrum der Stadt. Zunächst besichtigten wir den Palazzo Ducale. Sehenswert ist auch die Rundkirche San Lorenzo und die Basilika Sant’ Andrea. Ein großartiges Kunstwerk von Bartolino da Novara ist das Schloß San Giorgio. Zwischen 1395 und 1400 wurde es auf Francesco I. Gonzagas Geheiß hin erbaut. Die vier Türme ragen aus dem Profil der anderen Paläste empor, die gemeinsam den Hof der Familie Gonzaga bilden. In Manua nahmen wir auch unser Mittagessen ein. Am Nachmittag besuchten wir noch den Palazzo Te. Ohne Zweifel ist dieser Palast eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt; 1525 wurde mit dem Bau des Palastes begonnen, und zehn Jahre später beendet. In diesem Kunstwerk verschmelzt der Geschmack von Federico II. Gonzaga, der eine Villa an der Peripherie für den Müßiggang und das Vergnügen wünschte, mit der Kunst von Giulio Romano, dem Schöpfer dieses Meisterwerkes des europäischen Renaissancemanierismus. Es ist ein geräumiges Gebäude mit einem großen Garten. Von dort fuhren wir weiter zu der von den Gonzaga angelegten Stadt Sabbioneta, die eine sehenswerte Altstadt besitzt. Dort besichtigten wir zunächst die Galerie der Antiken Kunst (1583-1584). Hier befanden sich die Kunstwerke des Herzogs. Die Galerie ist 96 Meter lang und hat eine Decke mit dekorierter Holztäfelung und Wandfresken, auf denen weibliche Allegorien dargestellt sind. Als nächstes wurde das Antike Theater (1588-1590) angesehen. Es ist ein Werk des Architekten Vincenzo Scamozzi. Innen weist es eine Galerie mit korinthischen Säulen auf, die durch Statuen der Götter des Olymp gekrönt werden. Das fest aufgebaute Bühnenbild wurde kürzlich dem Original nachgebildet, das im 18. Jhr. verloren ging. Anschließend wurde noch der Herzogspalast (Palazzo Ducale, 1554) besichtigt. Innen sind die Pferdestatuen der Gonzaga, Decken mit Holzschnitzereien und Golddekorationen sowie Stuck und Fresken zu sehen. Es war für alle wieder ein sehr sehenswerter Tag.

Sonntag, 26.06.05

Skaligerburg, Malcesine

Der Tag war zur Besichtigung der schönen Orte am Gardasee vorgesehen. Wir unternahmen zunächst einem Spaziergang entlang des Hafens und durch die malerischen Gassen von Malcesine. Malcesine ist der einzig größere Ort am östlichen Nordufer, mit 3600 Einwohnern fast schon eine kleine Stadt. Die engen Gassen der Altstadt drängen sich zur Burg hinauf. Johann Wolfgang von Goethe war hier, allerdings dichtete er hier weniger, sondern griff zu seinen Malutensilien, was ihm beinahe eine Verhaftung eingebracht hätte. Er wurde für einen habsburgischen Spion gehalten. Von dort ging es in die wunderschöne, gebirgige Landschaft der Hochebene der Valle di Ledro mit dem gleichnamigen See. Aus Pfahlbautenresten schließt man, dass bereits vor 4000 Jahren viele Menschen an den Ufern des Ledrosees gelebt haben.

Danach fuhren wir weiter nach Riva, dem alten Handelsplatz am Nordufer mit seinem charmanten Ortskern. Mit 14000 Einwohnern ist Riva der zweitgrößte Ort am See. Schon den Römern entging die strategisch günstige Lage dieser Nordecke des Sees nicht, sie errichteten eine Burg auf dem Weg zwischen Rom und ihrem nördlichen Vorposten Trient. Erst seit dem Ende des Ersten Weltkriegs gehört Riva zu Italien. Zuvor gehörte es zu Österreich. In Riva nahmen wir auch unser Mittagessen ein. Im Anschluss unternahmen wir von Riva eine kurze Schiffsfahrt nach Limone am Westufer des Sees, wobei sich immer wieder neue Ausblicke auf die imposante Gebirgskulisse und die malerischen Ortschaften am Seeufer boten. Limone hat nur wenig Platz. Am westlichen Nordufer ragen die Berge hoch auf und fallen steil ab in den See. Limone zählt nur etwa 1000 Einwohner, doch es ist eine der Tourismushochburgen des Gardasees. Zum Abschluss des Tages besuchten wir Sirmione.Auf einer in den See ragenden Halbinsel liegen die von den Scaligeri erbaute Wasserburg und die Altstadt.

Montag, 27.06.05

Der Vormittag stand uns wieder zur freien Verfügung und so konnten wir am Hotel das Schwimmbad aufsuchen und uns von den Vortagen ausruhen. Am Nachmittag unternahmen wir eine Landschaftsfahrt bei hohen Temperaturen über San Floriano in die Weinberge des Valpolicella um das Bergdorf Sant’ Ambrogio. Abschluss war eine Weinprobe im Weingut „De Buris“ bei San Pietro in Cariano. Der Hausherr zeigte uns zunächst sein traditionsreiches Weingut und sagte, dass hier schon Dante Alighieri im früheren Kloster übernachtete, als er nach Verona reiste. Zur Weinprobe wurde uns ein guter Imbiss gereicht. Die Weine waren ausgezeichnet und so fuhren wir gut gestimmt zum Hotel Poiano in Garda zurück.

Dienstag, 28.06.05

Am vorletzten Tag stand Gardone und Brescia zur Besichtigung an. Am ruhigen Westufer des Gardasees liegt der kleine Ort Gardone mit seinen vielen Gärten und Parks. In Gardone Sopra, wo sich die alten Häuser um die Pfarrkirche San Nicola scharen, liegen die Wurzeln des Dorfes. Von Gardone führt eine Serpentinenstrasse zum Ortsteil San Michele, dort oben biete sich ein herrlicher Blick über den See. Ziel für viele ist das Vittoriale degli Italiani, der Altersruhesitz des Dichters Gabriele D’ Annunzio.

Am Rand der lombardischen Ebene besuchten wir mit Brescia die nach Mailand wichtigste und aktivste Stadt der Lombardei. Die Baudenkmäler im Zentrum zeugen von der langen historischen Entwicklung. Mit unserer Reiseleiterin, Frau Carolin von Heesen unternahmen wir einen Stadtrundgang. Wir bewunderten an der Piazza del Duomo den Duomo Nuovo (Neuer Dom, ursprünglich 17. Jhr. ; Vierungskuppel von 1825) und südlich anschließend die Rotonda (eigentl. Duomo Vecchio), ein kreisrunder Kuppelbau (11./12. Jhr.). Weiter sahen wir links neben dem Neuen Dom der Broletto (1187-1250), das alte Rathaus, jetzt u.a. Präfektur, mit der Torre del Popolo. Hinter dem Postamt ist die Piazza della Loggia, einer der malerischsten Plätze Oberitaliens. An ihrer Westseite ist die prächtige Loggia (Rathaus), 1492-1508 im Stil der Frührenaissance begonnen und 1526-74 vollendet (Fenster von Palladio). Es war wieder ein schöner Reisetage bei sommerlichen Temperaturen.

Beim Abendessen im Hotel Poiano dankte Hartmut Röhrbein, Präsident der Società Dante Alighieri Wiesbaden Frau Carolin von Heesen für die sehr gute Reiseleitung. Sie war uns eine fachkundige und hilfsbereite Reiseleiterin. Zum Dank überreichte er im Namen der Reiseteilnehmer einen Geldumschlag. Ein besonderer Dank gilt aber auch der Firma Rotala für die gute Vorbereitung und Organisation der Reise. Nach Kalabrien und Umbrien war dies die dritte Studienreise mit Rotala.

Mittwoch, 29.06.05

Vom Hotel in Garda brachte uns unser italienischer Bus wieder nach Venedig. Unser Busfahrer Walter, der uns die ganzen Tage sicher und gut fuhr, erhielt auch ein Geldgeschenk als Dank. Die Lufthansa-Maschine brachte uns wieder gut von Venedig nach Frankfurt zurück. Für alle Reiseteilnehmer war es wieder eine schöne und erlebnisreiche Dantefahrt.

Wiesbaden, den 12.07.2005 Hartmut Röhrbein, Präsident